Unsere Gesellschaft – Hand in Hand
„Bist du für Israel oder für Palästina?“ Die Frage, die oft auf dem Schulhof fällt, könnte gut aus eine Gespräch über ein kommendes Fußballspiel stammen. In der aktuellen Lage bezieht sie sich eher auf den grausamen Krieg im Gazastreifen. Der Konflikt zieht sich durch Nachrichten, Soziale Medien und Gesellschaft bis hin zu Gesprächen auf dem Schulhof. Es ist leicht, sich Hass und Hetze hinzugeben, die unsere Gemeinschaft zunehmend spalten. Doch genau da dockt das Bildungsprojekt „Yad be Yad“ an, was auf Hebräisch, sowie Arabisch „Hand in Hand“ bedeutet. Dabei gibt es jeweils einen jüdischen und einen muslimischen Leiter, welche Workshops an Schulen durchführen. Im Februar besuchten der Jude Kiril Leor Denisov und die Muslima Tuba Rahmann das Lise-Meitner-Gymnasium in Crailsheim. Initiiert wurde der Workshop im Rahmen des Projektes SCORA (Schools opposing Racism and Antisemitism) von den Lehrern Michael Eßel, Marijana-Marijela Gerstner und Sebastian Puhl.
Die zehnten Klassen setzten sich mit Vorurteilen, Antisemitismus sowie antimuslimischem Rassismus auseinander. Vorurteile sind menschlich und oft hat man selber gar keinen Einfluss auf sie: „Die Frage ist nicht, ob wir sie haben, die Frage ist, wie wir damit umgehen“, betonte Kiril Leor Denisov. Damit schaffte er für die Schülerinnen und Schüler eine neue Sichtweise. Im Verlauf des Workshops wurden außerdem die vielen Gemeinsamkeiten, die die beiden Religionen verbinden deutlich. Die Schülerinnen und Schüler wurden angeregt zu reflektieren und sich einen Spiegel vorzuhalten. Tolerante Jugendliche sind der Grundbaustein einer funktionierenden Gesellschaft, weshalb es wichtig ist, gerade sie zu fördern und zu bilden. Wir müssen lernen als Gemeinschaft zusammenzuhalten und zusammenzuarbeiten, Hand in Hand.
Text: Herrmann
Redaktion: Es, Ft
Foto: Es
