“Was ihr nicht seht“ – Ausstellung am LMG
„Ich hoffe, dass weiße Menschen verstehen – und hoffentlich gemeinsam mit uns für eine anti-rassistische Zukunft kämpfen.“ – Dominik Lucha
Nach diesem Gedanken ist die Ausstellung „Was ihr nicht seht!“ im Juni 2020 nach der Ermordung George Floyds durch weiße Polizisten und den BlackLivesMatterProtesten entstanden. Der Initiator Dominik Lucha fragte seine Freunde nach ihren Rassismus-Erfahrungen und prompt erzählten Hunderte ihre Geschichten. Auf Instagram können People of Color anonym teilen, wie sie in Deutschland Rassismus erleben müssen. „Was ihr nicht seht!“ stellt diese Erfahrungen aus.
Sätze wie „Woher kommst du wirklich!“ oder „Du sprichst aber gut Deutsch“, die für einige harmlos erscheinen mögen, heben hervor, dass diese nicht nur einfache Bemerkungen sind, sondern für PoC einen bitteren Beigeschmack haben. Inzwischen sammeln sich auf dem Instagram Account etwa 460 Beiträge. 460 verschiedene Erfahrungen, in denen Menschen Rassismus erfahren haben.
Als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage (SORSMC)“ setzt sich das Lise-Meitner-Gymnasium gegen Diskriminierung ein. Die Mitglieder der SMV („Schüler mit Verantwortung“) des LMGs wollten mit Hilfe der Ausstellung in der Aula auf diese Erfahrungen aufmerksam machen und einen Perspektivwechsel für die Schülerinnen und Schüler ermöglichen, die nicht Teil der PoC-Community sind. Denn auch wenn Rassismus für viele ein schwer zu greifender Begriff ist, ist er für andere Teil des Alltags. Nur wer versteht, wie es ist, rassistisch angefeindet zu werden, ist in der Lage, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.
Die Schülerinnen und Schüler haben sich durch Impulsfragen des Demokratieausschuss im Unterricht gemeinsam mit ihren Lehrkräften mit der Ausstellung auseinandergesetzt und sich rege darüber ausgetauscht. Oft konnte man auch in den Pausen die Schülerinnen und Schüler beim Betrachten der Ausstellung beobachten. Denn sie bietet nicht nur einen Raum für Reflexion, sondern auch eine Möglichkeit, über konkrete Maßnahmen nachzudenken, die jede Person ergreifen kann, um zu einer rassismuskritischen Gesellschaft beizutragen – sei es im persönlichen Umfeld, in der Schule oder im weiteren gesellschaftlichen Kontext.
von Hanna Probst
im Namen des Demokratieausschuss

